Dienstag, 16. Juni 2015

Why does my art feel so bad


Vielleicht wegen der ganzen schlechten Wortspiele, die sich herum ranken.
Ich weiß, es ist wiederum naiv und wohl so lange nicht mehr aktuell, dass niemand mehr darüber nachdenkt… aber was ist denn wirklich aus der schönen Idee geworden, dass Künstler Werke schaffen, die einer Erfahrung entspringen? Dass sie Erkenntnisse umsetzen, die nur so, durch Kunst, ausgedrückt werden können? Es schien doch so zu sein, eine Zeitlang, dass nach dem Wegfallen traditioneller Auftraggeber – Kirche und Monarchie -  sich gleichzeitig auch die inhaltlichen Zwänge verabschiedet hätten und die Kunst die Freiheit erlangte, auszudrücken, wie und was dem Künstler wichtig war, ihn beschäftigte… dass sie eine Sprache war, um Tiefes auszudrücken, jenseits von Worten, authentisch und erdend und beflügelnd. Und dass jemand, der eine Ausstellung machen wollte, sich angesehen hat, was der Künstler denn so zu bieten hatte…. Oder aber, war die Ausstellung zu einem Thema, sich dieses Thema daraus ergab, was in den Arbeiten als verbindendes Merkmal immer wieder hochkam und sich gut aufzeigen und besprechen ließ. So war Kunst für kurze Zeit das, was der Künstler schuf um Persönliches auszudrücken und der Kurator derjenige, der das gruppierte und für die Öffentlichkeit aufbereitete.
Derartiges lebt heute in kleinen Biotopen am Rande der bekannten Welt. Was sich durchgesetzt hat ist eine Rückkehr zur völligen Abhängigkeit des Künstlers vom Auftraggeber, und der ist jetzt der Kurator und Galerist. Meistens. Und so bekommt der Künstler ein Thema vorgegeben und hat ein paar Monate Zeit, dazu eine Arbeit zu machen. Das Entstandene hat meistens nichts mit ihm selbst zu tun, entspringt keiner Inspiration, keiner Erfahrung, keiner Erkenntnis, meist nicht einmal einem Interesse. Oft folgt der Produzent einfach einem rasch zusammenrecherchierten halbwissenschaftlichen, pseudophilosophischen Text, der oft als Saaltext dient und illustriert diesen. Das Werk kann so eigentlich nicht mehr für sich stehen, da weder der Produzent noch der Betrachter in irgendeiner Form davon profitieren können. Auseinandersetzung damit ist unmöglich. Meist ist das Werk neben dem Saaltext völlig obsolet. So wird das, was wir Kunst nennen immer flacher – denn im Gegensatz zu „alter“ Kunst, die auch von inhaltlichen und oft ästhetischen Vorgaben eingeengt war, ist derzeit handwerkliche Güte nicht mehr nötig – die Kunst hat sich ja befreit! Bei den kurzen Vorlaufzeiten können zudem nur Werkstoffe verwendet werden, die sich schnell verarbeiten lassen, leicht transportierbar oder zumindest nicht empfindlich sind. Was übrigbleibt ist also so weit von irgendeiner Lust an dem Ganzen entfernt wie nur möglich. Vom menschlichen Mehrwert ganz zu schweigen.
(Gerade fallen mir wieder die Handtücher ein, die Ai Weiwei in der TBA21 gestapelt hatte… )
Aber manchmal findet man doch wirklich Wunderbares und Erkenntnis ist möglich…
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